Warum du eine Anti Depressions Notfall Box brauchst

Meine Anti-Depri-Notfall-Box

Sie werden oft übersehen. Die Anzeichen. Sie schleichen sich langsam an, gut getarnt und mir scheint es, auf einmal ist sie dann plötzlich da: die Depression oder eine ihrer Phasen. Wie konnten mir nur die ersten Hinweise entgehen? Geht es dir auch ab und zu so? Für die Zeiten, in denen ich einfach davon überwältig werde, habe ich eine Geheimwaffe und sie heißt: Anti Depressions Notfall Box. Ein sperriger Name für etwas ganz wunderbares, dass mir schon oft weiter geholfen hat. Nicht immer sind wir aufmerksam genug, um die ersten Anzeichen unserer Depression zu erkennen, aus verschiedensten Gründen. Darum ist es für uns auch so wichtig, ein schnelles Hilfsmittel zur Hand zu haben, dass sofort einsatzbereit ist, wenn du es brauchst.

Was ist eine Anti Depressions Box?

Die Anti Depressions Notfall Box ist ein wunderbarer und einfacher Tipp von Klaus Bernhardt aus seinem Buch „Depression und Burnout loswerden“. Es ist eine etwas größere Schachtel oder Box, in welcher du Dinge und Gegenstände aufbewahrst, die mit positiven Gefühlen verankert sind. Wenn du also in schlechten Zeiten diese Box öffnest, tauchst du sozusagen in deine Gefühlserinnerungen ein und kannst dir somit selbst zu einer besseren Stimmung verhelfen.

Warum dir eine Depressions Notfall Box helfen kann

Du füllst die Box mit Dingen, die für dich das Beste auf der Welt ausmachen. Alles was du am meisten liebst. Was dir wirklich gut tut, dich aufbaut und positive Gefühle verleiht. Diese Gefühle müssen so stark mit dem Dingen in der Box verbunden sein, dass du sie mehr oder weniger sofort beim benutzen dieser Gegenstände wieder abrufen kannst. So kannst du dir ganz schnell – also im Notfall sozusagen – ein wenig Glück, Freude und Hoffnung holen.

Welche Gegenstände kommen in deine Notfall Box?

Mache dir viele und sorgsame Gedanken über deine Box, denn schließlich soll sie dein Retter in schlechten Zeiten sein. Die Gegenstände müssen wirklich gut für dich sein: ganz speziell, besonders geliebt, mit freudigen Emotionen aufgeladen, mit positiven Triggern behaftet. Diese Dinge in der Box müssen so gewaltig toll sein, dass sie dir sofort einen positiven Schub geben oder dich wenigstens ein wenig aufmuntern, wenn es ganz Dicke kommt. Entschuldige bitte die übertriebene Beschreibung 🙂 Ideal ist es, wenn du für jeden deiner Sinne mindestens einen Gegenstand darin hast.  Die 5 Sinne sind unser Kontakt zur Außenwelt und tragen deine Empfingen weiter. Sprichst du diese Sinne bewusst an, kannst du die damit verbundenen positiven Gefühle abrufen. Ich empfehle dir ganz stark, diese Box nur dann zu öffnen, wenn es akut zu werden droht oder du bereits in einem depressiven Schub drinsteckst. Wenn du die Box immer mal wieder zwischendurch öffnest, verliert sie den Effekt, den sie haben soll und wird zu etwas alltäglichem. Der Nutzen ist somit dahin.

Soll ich dir verraten, was in meiner Box so drin ist? Aber klar doch!

Weiter unten verrate ich dir noch einige ergänzende Übungen und Gegenstände, die ich noch drin habe – welche aber keinem Sinn zugeordnet werden, sondern eher für das seelische Wohlbefinden stehen. Aber zuerst einmal beginnen wir mit dem, was in meiner Box drin ist.

für den Tastsinn:

Ich spreche ganz stark auf Oberflächen und Gerüche an und habe für diese beiden Sinne etwas mehr in meiner Box, als für die anderen. Für den Tastsinn habe ich ein Knäuel der superflauschigsten Wolle drin, die ich ganz besonders mag und auch in vielen meiner Strickstücke bereits verwendet habe. Sie ist auch in meiner Lieblingsfarbe und kommt somit meinem Sehsinn ebenfalls zugute. Der zweite Gegenstand ist ein Handschmeichler aus dem Stein Tigerauge. Es ist eine kleine, flache, ovale Scheibe und extrem glatt. Er lässt sich super in der Hand halten. Ich kann damit spielen und trage den Stein wenn nötig dann auch den ganzen Tag in meiner Hosentasche mit mir. Wenn ich einen positiven Trigger gebrauchen kann, greife ich in meine Tasche und halte den Stein solange in der Hand, bis er warm geworden ist und meine Körpertemperatur angenommen hat. Manchmal auch länger.

Für den Geruchssinn:

Wie bereits oben erwähnt, ist der zweite Sinn auf den ich am meisten anspreche, der Geruchssinn. Für diesen Sinn habe ich immer zwei, drei Flaschen meiner liebsten ätherischen Öle der Marke doTERRA in meiner Box. Die erste ist „Bergamotte“: es ist ein belebender, frischer, fruchtiger Duft und bekannt für seine Wirkung bei depressiven Verstimmungen. Ich liebegenerell alle Zitrusdüfte und dieser Duft baut besonders auf. Das zweite Öl ist Salbei. Ich liebe ebenfalls alle krautigen Düfte und Salbei ist dabei mein klarer Favorit. Dieses Öl wirkt für mich sehr erdend, beruhigend und „gesund“. Das dritte Öl ist eine Mischung von der Firma Nahrin und heißt 33 Kräuter Öl. Es riecht göttlich nach Kräutern, Heu, Kräutertee, frischer Luft. Dieses Öl trage ich am liebsten direkt auf Stoff auf und rieche daran. Am besten funktioniert es, wenn ich einen Schal trage und einen Tropfen direkt unter meiner Nase auf den Stoff tropfe. Weitere Verwendung meiner Öle: Ich schnüffele direkt an der Flasche, gebe einen Tropfen in meine Handflächen und verreibe ihn und diffuse das Öl im Raum mit meinem Öl-Diffuser. Das 33 Kräuter Öl gebe ich auch gerne in den Nacken. Nur einen Tropfen, denn es ist ein sehr „heißes“ Öl und fühlt sich  – je nach Person – entweder sehr kalt oder sehr heiß  auf der Haut an. Dies betrifft dann wiederum meinen Tastsinn und dieser angenehme „Schmerz“ (Schmerz ist eigentlich übertrieben für dieses Gefühl) hilft mir, mich auf meinen Körper zu konzentrieren und mich zu erden. Diese Öle sind (mit Ausnahme vom Hörsinn) die einzigen Gegenstände, die auch im alltäglichen Leben Verwendung finden. Und zwar so: Ich führe täglich eine Liste mit Allem, für das ich dankbar bin und was an diesem Tag gut gelaufen ist. Weiters habe ich eine „Ich Bin“ Liste, auf der alle meine positiven Eigenschaften, Fähigkeiten und Lebensumstände notiert sind. Immer wenn ich diese Listen schreibe bzw. sie lese, nutze ich einen – oder beide zusammen – meiner Lieblingsdüfte. So werden die Gerüche untrennbar mit den positiven Gedanken in meinem Gehirn verbunden. Sobald ich also einen dieser Düfte rieche, überkommt mich auch sofort das gute Gefühl der Dankbarkeit und Liebe, das ich damit verankert habe. Ich verwende generell ätherische Öle sehr großzügig in meinem Alltag und verbinde mit jedem Öl etwas anderes. Diese Empfindungen sind sehr nützlich für mich, wenn es mir schlecht geht und ich mich aufbauen möchte.

Für den Geschmackssinn:

In meiner Box sind immer gute Weingummis. Schnelle Glücklichmacher. Die erste Hilfe sozusagen, die bei mir sofort einschlägt und mir einen Glückspolster verschafft. Und meine Lieblings-Kräuter-Bonbons (aka Hustenzuckerl): Menthol, Sanddorn-Orange, Menthol-Kirsche, Brustkaramellen, Salbei-Honig. Oder die „WICK Rachen Drachen“ aus der Apotheke. Jeder hat halt seine Vorlieben, hehe.

Für den Hörsinn:

Nicht direkt in meiner Box, dafür aber am Handy, habe ich eine eigene Anti-Depri-Playlist. Diese Liste ist die gleiche Liste, die ich verwende, wenn wir Besuch haben. Das (und die Öle) einzige „Ding“ also, dass ich auch außerhalb meiner Box nutze. Der Hintergrund dabei ist: immer wenn ich diese Liste anhöre, denke ich automatisch an alle die schönen Stunden mit unseren Freunden. Ich erinnere mich daran, dass ich geliebt werde und Menschen um mich habe, die mich mögen und sich um mich sorgen. Ganz, ganz wichtig! Ich habe auch eine spezielle Playlist nur für den Sport. Diese Liste funktioniert auch ganz prima als Anti-Depri-Songliste, weil sie sofort Glücksgefühle, Kraft und Energie in mir auslöst.

Für den Sehsinn:

Ich liebe schöne Graphiken, Zeichnungen, Drucke, Kunst und Illustrationen. Dafür befindet sich ein kleiner kleinen Hefter in meiner Box, mit all meinen graphischen Lieblingen, bevorzugt in meinen Lieblingsfarben Pink, Gold und Dunkelblau. Darunter sind Bilder, Seiten aus Magazinen, Fotos, Zeichnungen meiner Kinder, Karten aus meinen Lieblings-Orakel-Decks, schönes Papier, Sticker, alte und neue Drucke, Farbkarten, ausgedruckte Bilder meiner Lieblingsgemälde, mein Lieblingsbuch „Memoria de la Nieve“ von meinem Lieblingsillustrator Adolfo Serra uvm.

Für die Seele:

Ich habe auch noch einige andere Gegenstände in meiner Box, welche der Seele zugeordnet werden und nichts mit den Sinnen an sich zu tun haben: Die „Ich Bin“-Liste: ich habe eine Liste geschrieben, mit all meinen positiven Eigenschaften darauf. Diese Liste ist sehr ausführlich und detailgenau geschrieben und 3 Seiten lang. Jede Eigenschaft habe ich ganz genau und präzise ausformuliert. Diese Liste hilft mir dabei, mich daran zu erinnern, dass ich doch keine komplette Doof-Nuss bin, sondern ein Mensch mit tollen Eigenschaften, der es wert ist, geliebt zu werden. Dankbarkeitsliste: ich schreibe täglich eine Liste, wofür ich dankbar bin und was an diesem Tag gut gelaufen ist. Einige der Punkte auf diesen Listen, wiederholen sich fast täglich bzw. regelmäßig. Diese Punkte habe ich auf einer eigenen Liste niedergeschrieben und diese wohnt jetzt in meiner Notfall-Box. Wenn es mir schlecht geht, lese ich diese Liste und erinnere mich an all die Segnungen, dir mir in meinem Leben zuteil wurden. Sie erinnert mich auch daran, das alles Schlechte vorbeigeht (und davon habe ich schon einen ganzen Batzen mitgemacht) und wieder bessere Zeiten kommen. Mein Depri-Journal: in der Box habe ich mehrere kleine Depri-Journale. Das sind  kleine A6 Heftchen mit maximal 30 Seiten, oder sind es weniger? Für jeden Schub nehme ich mir ein neues Heft und schreibe darin alle negativen Gedanken nieder, die mir gerade durch den Kopf gehen. Alles. Eine Art Brain-Dump. Ich schreibe dabei ohne Sinn, ich achte nicht auf Rechtschreibung oder Grammatik. Ich passe nicht auf und formuliere auch nicht poetisch. Es ist einfach ein Niederschreiben. Und das Tolle daran ist: dieses Heft wird im Anschluss verbrannt! Im Winter wenigstens, wenn der Ofen an ist. Im Sommer reicht es auch aus, die Seiten in ganz klitzekleine Fusselchen zu zerreißen und feierlich in den Müll zu werfen oder im Garten in der Feuerschale zu verbrennen. Danach ist das Hirn erstmal eine Weile leer. Affirmationen oder Meditationen: nun, da das Hirn leer ist, ist es an der Zeit es mit positiven Gedanken zu füllen. Dazu schreibe ich entweder Affirmationen auf oder mache eine Meditation. Ab in die Badewanne: Baden hilft mir wirklich immer und bei allem. Es macht mich müde, wenn ich aufgewühlt bin. Es macht mich munter, wenn ich müde bin. Es macht mich fröhlich, wenn ich traurig bin. Es baut mich auf, wenn ich mich krank und schwach fühle. Es entspannt mich nach einem harten Tag. Es wärmt mich, wenn mir kalt ist und kühlt mich, wenn mir heiß ist. Es gibt für mich nichts, was eine volle Badewanne nicht heilen oder wenigstens verbessern kann. Aus diesem Grund habe ich immer ein kleines Badeteilchen in meiner Box: ein Schaumbad, eine Badekugel oder ein Badeöl, oder ein selbstgemachtes Badesalz mit meinen Lieblingsölen. Kartendecks: ich liebe schöne Orakelkarten, Kartensets mit aufbauen Botschaften, Tarotkarten usw. Ich habe ein besonders schönes Set davon in meiner Notfallbox. Wenn ich sie brauche, dann lese ich alle Karten durch oder lege mir einfach selbst die Karten, vielleicht mir 3 oder 5 Stück. Darauf sind immer wundervolle Botschaften, die mich sofort aufbauen. Die Karte, oder auch mehrere, die mich in der momentanen Situation am meisten ansprechen, lege ich beiseite und lese sie in den nächsten Tagen immer wieder durch. Besonders vor dem einschlafen und am Morgen vor dem Frühstück. Oder ich nehme mehrere und platziere sie im ganzen Haus an für mich prominenten Stellen: in meinem Journal, im Bad, bei der Kaffeemaschine, am Nachttisch, usw.

Fazit

Deine Notfallbox kann dir in depressiven Zeiten ein guter, treuer Freund sein. Sie kann dich aufbauen, unterstützen und verhindern, dass es weiter bergab geht. Wähle die Zutaten für deine Box mit Bedacht und viel Liebe aus, sei nicht geizig mit den Dingen die du heineingibst, auch wenn du sie dann – hoffentlich – für lange Zeit nicht sehen wirst. Und vor allem: zögere nicht, deine Box auch zu benutzen. Du kannst sie jederzeit danach wieder auffüllen. Nutze diese tolle Werkzeug, es hilft. Wenn die Box zu Beginn nicht komplett ist, ist es kein Problem. Du kannst sie jederzeit ergänzen, umändern, auffüllen oder wieder ausräumen. Wenn du mehr über meinen ganzheitlichen Zugang zur mentalen Gesundheit wissen möchtest, stöbere doch mal hier „Mentale Gesundheit“ und abonniere meinen wöchentlichen Newsletter. Alles Liebe und Gute Angelika

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