mentale Gesundheit

Nieder mit der Selbstoptimierung?

September 11, 2020

Eine geschätzte Bloggerkollegin, welcher ich privat gerne auf Instagram folge, hat vor Kurzem mehr oder weniger zum Krieg aufgerufen. Nieder mit dem Selbstoptimierungswahn, hieß es da sinngemäß. Und es sei so toll, sich endlich vom “Zwang der Perfektion” zu lösen. Und überhaupt? Sind wir nicht wundervoll, so wie wir sind? Was brauche es da diese […]

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Eine geschätzte Bloggerkollegin, welcher ich privat gerne auf Instagram folge, hat vor Kurzem mehr oder weniger zum Krieg aufgerufen.

Nieder mit dem Selbstoptimierungswahn, hieß es da sinngemäß. Und es sei so toll, sich endlich vom “Zwang der Perfektion” zu lösen. Und überhaupt? Sind wir nicht wundervoll, so wie wir sind? Was brauche es da diese “andauernden und permanenten” Aufrufe zur Selbstoptimierung?

Und jetzt kommts: Frauen sollten sich doch bitteschön gegenseitig helfen und unterstützen und nicht runtermachen mit Vergleichen (bin ich normalerweise ganz dafür, aber was bitteschön hat das mit Selbstoptimierung zu tun? Diese Frauen wurden nicht von anderen Frauen niedergemacht, sondern von sich selbst und ihren eigenen – zu hohen – Ansprüchen).

Ich weiß nicht mehr wie viele es genau waren, aber unzählige – vor allem – Damenstimmen stimmten ihr zu und sangen ein Hetzlied auf die Selbstoptimierung.

Doch was ist da dran? Steht es wirklich so schlimm?

Eine Lanze für die Selbstoptimierung

Ich war sehr traurig für mich, dies alles zu lesen. Denn ich bin der Meinung, dass die Selbstoptimierung – oder auch Persönlichkeitsentwicklung – nicht von schlechten Eltern ist.

Man muss nur wissen, wovon genau man spricht und was man erwarten darf. Denn es ist leicht, zu hohe Ansprüche zu stellen und zu erwarten: ab jetzt wird alles gut, weil ich betreibe persönliche Entwicklung.

Natürlich stimmt das nicht und jeder der das glaubt, ist zum scheitern verurteilt. Der Selbstoptimierung dann die Schuld in die Schuhe zu schieben für die eigene mangelhafte Planung, ungenauer (und unrealistischer) Zielsetzung und verzogenen Erwartungen ist nicht fair.

Selbstoptimierung hat nichts mit Perfektion zu tun

Irgendwas also müssen die oben beschriebenen Damen falsch verstanden haben, um dieses Thema so dermaßen in den falschen Hals zu kriegen. Und ich kann euch genau sagen was:

  • Sie haben Selbstoptimierung mit Perfektion verwechselt: sie haben sich von Instagramaccounts, Blogs und Zeitschriften blenden lassen ohne kritisch zu hinterfragen, wie und warum diese schönen Bilder und Geschichten entstanden sind – und was genau darauf ausgespart wurde.
  • Sie haben ihr Leben und ihre Persönlichkeit mit Leben von komplett anderen Menschen verglichen und haben sich von deren erreichten Zielen blenden lassen.
  • Dass diese anderen Personen nun schon ziemlich lange an sich arbeiten und ihre Ziele auch nicht innerhalb von drei Wochen erreicht haben, wurde konsequent ausgeblendet.
  • Auf die eigenen guten Eigenschaften und das höchst individuelle Zusammenspiel von Stärken und Schwächen wurde komplett vergessen und es wurde nur auf die “schlechten” Merkmale geschielt. Diese wurden wiederrum mit den guten Seiten von anderen Menschen verglichen (natürlich kann man da nur auf die Idee kommen, unzulänglich zu sein) – dabei wurde vergessen zu berücksichtigen, dass diese “Vorbilder” genauso ihre Päckchen zu tragen haben und genauso ihre negativen Verhaltensweisen aufbringen.

Nun ruhen sie sich auf ihrer Selbstgerechtigkeit aus und tönen lauthals: “Scheiß auf die SO, bringt eh nichts, ich habs versucht und es war furchtbar, weil ich bin halt leider nicht so perfekt wie XYZ. Besser ist es, gar nicht erst anzufangen, denn du kannst nur verlieren.”

Was äußerst schade ist, wie ich finde.

Was kann die Selbstoptimierung?

Die Persönlichkeitsentwicklung und Selbstoptimierung kann ein wunderbares Werkzeug sein um zu schauen: “was brauche ich gerade, woran sollte ich noch arbeiten, was bringt mich weiter und was nicht?”

Ungeliebte Angewohnheiten auszumerzen zum Beispiel ist pure Selbstoptimierung: nicht mehr 10x am Tag in die Naschschublade greifen, nicht mehr stundenlang in den sozialen Medien vergammeln, nicht mehr lügen, nicht mehr jammern. Jeder hat da so seine eigenen Themen.

Selbstoptimierung ist auch die bewusste Entscheidung für zB die täglichen 30 Minuten Sport, Alkohol sein zu lassen oder nicht mehr jede Woche bei McDonalds zu essen.

Persönlichkeitsentwicklung erlaubt dir auch zu lernen, nicht mehr immer Ja zu allem zu sagen sondern auch mal freundlich Nein, auf die eigenen Ressourcen zu achten und sich nicht mehr zu verausgaben.

Dies alles ist Selbstoptimierung. Sie kann so ungemein nützlich sein, wenn du dazu bereit bist und langsam vorgehst. Wenn du 20 Dinge auf einmal in deinem Leben verändern willst und am Besten alles gleichzeitig, ist es logisch dass dein Hirn überfordert ist und bockt.

Besser ist es, dir maximal 2 oder 3 Ziele zu setzen (eher noch weniger) und daran langsam aber stetig zu arbeiten. Und erst wenn diese Verhaltensweisen sitzen, kannst du zum Nächsten übergehen – sollte es überhaupt notwendig sein.

Denn natürlich ist es von Nöten zu überprüfen, was denn genau du da optimieren willst und ob dies überhaupt einer Optimierung bedarf – das große Ganze der eigenen Persönlichkeit sollte dabei niemals aus den Augen gelassen werden.

Was die Selbstoptimierung nicht kann

Die SO ist keine Lösung für alles und sie bringt keine sofortige Erlösung oder Perfektion.

SO ist nunmal Arbeit an sich selbst, manchmal auch harte Arbeit gegen innere Widerstände, aber sie lohnt sich, wenn du an den richtigen Stellen arbeitest.

  • Innerhalb von 1 Monat 30 Kilo abnehmen ist KEINE Selbstoptimierung sondern höchst ungesund und unrealistisch und zum scheitern verdammt.
  • Dich ab sofort abzustressen um die Kinder, das Haus, die Wäsche, die Ernährung, den Lebenspartner, den Job, die Freizeit und die Familie unter einen Hut zu bringen (so wie auf dem Foto von XYZ) ohne irgendwo Abstriche zu machen bzw. so, dass keines davon zu kurz kommt ist auch keine SO, sondern Selbstverleugnung und einfach so nicht möglich.
  • Irgendwelche Tipps aus dem Internet zu befolgen und zu erwarten, dass du dadurch innerhalb von 30 Tagen erfolgreich wirst und nur mehr 4 Stunden die Woche arbeiten musst, auch nicht.

Weißt du, was das ist? Augenauswischerei, Selbstbetrug und Illusion, unhinterfragt übernommen aus Aussagen von Bekannten, dem Internet oder dem heiligen Geist.

Ja was ist sie dann, die Selbstoptimierung?

Wie oben beschrieben ist die SO schlussendlich ein Werkzeug um wohlüberlegte (!) Ziele zu erreichen. In meinem Fall waren dies unter anderem folgende Ziele:

  • Vorher genau überlegen zu was ich Ja und zu was ich Nein sage
  • Besseres Augenmerk auf mein Energielevel zu richten und vorzeitig zu erkennen, wenn ich Gefahr laufe, auszubrennen
  • Offen und ehrlich meine Meinung zu äußern
  • Nicht mehr zu lügen (auch keine sogenannten Notlügen mehr)
  • Meine Zeit genauer einzuplanen und Stress so gut es geht zu vermeiden
  • Meine Kämpfe weise zu wählen und meine Energie nicht mehr in sinnlosen Diskussionen zu verschwenden
  • Meine Werte zu erkennen und danach zu leben
  • Meine Stärken zu erkennen, auszubauen und in meinen Alltag und Beruf mehr einfließen zu lassen
  • Meine Freizeit bewusst mit sinnvollen Tätigkeiten zu verplanen, statt sinnlos im Internet zu surfen
  • Yoga und Meditation in meine Leben stärker einzubinden
  • Mir selbst zu gestatten, gewisse Personen aus meinem Leben zu entfernen – und dies ohne schlechtes Gewissen.
  • Meine Grenzen erkennen, abstecken und dies auch gegenüber meinen Mitmenschen – freundlich – kommunizieren

Dies sind meine erreichten Ziele bisher, seit ich mit der Selbstoptimierung begonnen habe und dies ist immerhin viele Jahre her.

Und ich bin noch lange nicht am Ziel: persönliche Entwicklung ist niemals abgeschlossen oder beendet. Ich, du, wir alle lernen nun einmal ein Leben lang, bilden und formen uns stetig weiter. Es ist utopisch zu erwarten, alles auf einmal erreichen zu können.

Zukünftige Vorhaben sind momentan (und ich erwarte nicht, sie innerhalb eines Monats zu erreichen, ich weiß dies ist längerfristige Arbeit):

  • Meine Arbeitszeit noch genauer und detaillierter zu verplanen
  • An meiner kurzen Zündschnur zu arbeiten um nicht mehr sofort zu explodieren, wenn mir was nicht passt
  • Täglich spazieren gehen (mind. 5 die Woche) aka dem inneren Schweinehund einen A….-Tritt zu verpassen
  • Kritik – auch wenn sie persönlich ist – nicht mehr so nahe an mich heranlassen
  • Genauer mit meinen Notizen umzugehen
  • Alles – und damit meine ich wirklich ALLES – in meinen Kalender zu übertragen um nichts mehr zu vergessen
  • Gesünder zu kochen/essen

Indem ich diese Ziele langsam und gut vorbereitet angehe, mich nicht mit dem Weg von Anderen vergleiche und entspannt mit Rückschlägen umgehe, bin ich mir sicher, diese Vorhaben auch zu erreichen. Genauso wie ich meine vorigen Ziele erreicht habe.

Aber eben mit Geduld, Stetigkeit und einem wachsamen Blick auf die eigene Leistbarkeit und Fähigkeiten. Wen du offen dafür bist und dich nicht selbst über die eigenen Grenzen hinwegtäuschst, wirst du mit der Selbstoptimierung nicht auf die Nase fallen. Nur musst du dazu in der Lage sein zu erkennen: wer bin ich und wer bist du und wo beginnt der Unterschied.

In diesem Sinne

alles Liebe,

Angelika

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